B-29-Trassen

04.02.2015

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B-29-Trassen

Sankt-Florians-Prinzip (..) Jeder – egal ob nördlich oder südlich von Bopfingen wohnhaft – weiß hinreichend und beredt Gründe anzuführen, warum gerade vor seiner Haustür die Trasse nicht einmal gedacht, geschweige denn gar eines Tages mal gebaut werden darf.

Alles nach dem Motto: „Wasch mich, aber mach mir den Pelz nicht nass!“ (..) Da werden ansonsten der Umwelt gegenüber eher gleichgültige Menschen mit einem Mal zu vehementen Naturschützern, obwohl sie bisher einen Bussard nicht von einem Milan unterscheiden konnten oder auf ihrem Heimweg bedenkenlos hunderte Kröten totfahren – oder sie fühlen sich aufgerufen, die hierzulande höchst künstliche Ansiedlung von Auerochsen oder ähnlichem Getier befürworten zu müssen. Man kann doch gar nicht anders, als anzuerkennen, dass es für die direkt betroffenen Menschen in den Ortsdurchfahrten eine unzumutbare Lebensbeeinträchtigung bedeutet, wenn weiter die hoch verkehrsbelastete B 29 nur wenige Meter an deren Wohn- und Schlafzimmern vorbei führt, und man aus diesen Gründen Abhilfe schaffen muss. Genau diese Belastung ist zu messen und zu erfassen und genau diese Belastung ist an höherer Stelle vergleichend zu bewerten. Dann kann man entscheiden, welche Projekte als besonders vorrangig zu gelten haben und auch bevorzugt anzugehen sind und erst dann kann man abwägen, ob und warum nördlich oder südlich besser ist. Hier scheint mir Nachholbedarf gegeben: Die bisherigen öffentlichen Diskussionen vermittelten durchaus den Eindruck, dass mit veralteten Zahlen bezüglich Lkw-Durchfahrten bzw. Quell- und Zielverkehr in den jetzigen und künftigen Industriegebieten gearbeitet wird, die zudem sehr künstlich und willkürlich hochgerechnet wurden. Es kann doch so schwer nicht sein, die infrage kommenden Betriebe umgehend nach ihren jetzigen und geplanten Verkehrsgegebenheiten zu befragen, bzw. aussagekräftige Zählungen des Verkehrs durchzuführen. Die einzige Frage und Entscheidung jetzt für jeden kann doch daher nur sein: Ja, ich bin dafür, dass wegen der unsäglichen Belastung der B-29-Anwohner eine Umfahrung geplant wird! Nein, ich will, dass die B-29-Anwohner weiterhin geplagt werden, weil ich nicht will, dass eine Umfahrung möglicherweise mehrere hundert Meter vor meiner Haustür entlang geführt wird! Peter Kaminski, Hohenberg

 

(Quelle: https://www.schwaebische-post.de/account/login/?aid=787953)

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