Eine oder zwei B-29-Trassen?

05.02.2015

Onlineartikel schwaebische-post

Eine oder zwei B-29-Trassen?

Landrat Pavel, Bürgermeister Dr. Bühler und BI-Sprecher Meyer bewerten den Trassen-Sachstand

Riesiger Andrang herrschte bei der Bürgerversammlung zur B-29-Umgehung in der Jahnturnhalle.

Wie viele Varianten landen am Ende in der Machbarkeitsstudie? Landrat Klaus Pavel, Bürgermeister Dr. Gunter Bühler und Härtsfeld-BI-Sprecher Klaus Meyer sagen zwei. Das letzte Wort hat der Kreistag am 24. Februar.

MARTIN SIMON

Bopfingen. Der CDU-Kreisvorsitzende Norbert Barthle wird Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Viele hoffen, in ihm einen starken Fürsprecher für eine ortsdurchfahrtsfreie B 29 von der Röttinger Höhe bis Nördlingen zu finden. Auch Landrat Klaus Pavel: Barthle als Staatssekretär, der Nördlinger CSU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange als Verkehrspolitischer Sprecher seiner Funktion und ein guter Draht zu Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt – „das ist eine erfolgversprechende personelle Konstellation für unser Projekt“, meint Pavel. „Wenn wir jetzt die Chance nicht nutzen, sind wir selbst schuld“, fügt er hinzu. Wer aber meine, Barthle könne in seiner neuen Funktion, die Dinge gleich morgen regeln, sei sicher auf dem Holzweg, bremst er ab. Optimismus nimmt Pavel auch aus der Bürgerversammlung in der Jahnturnhalle mit. „Ich habe die Haltung gespürt, Landkreis, fang an und bringe die Dinge ins Laufen!“, sagt Pavel. Er lobt die „sehr sachliche und engagierte Diskussion“ nicht nur bei dieser Veranstaltung. Festhalten will Pavel daran, zwei Trassen in die Machbarkeitsstudie aufzunehmen. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich die Süd-Trasse favorisiere. Der mögliche A-7-Anschluss schafft sehr gute Zukunftsperspektiven. Doch es ist ein Gebot der Aufrichtigkeit, zwei Trassen aufzunehmen. Das unterstreicht auch, dass wir alle Varianten ernsthaft geprüft haben“, sagt Pavel. Ziel sei, Pflaumloch und Trochtelfingen vom Verkehr zu entlasten. „Dazu sind wir angetreten“, erinnert Pavel. Die Trassen-Varianten seien nur ins Spiel gekommen, weil der Nachweis einer Netzfunktion nötig sei, um dieses Ziel zu erreichen. Schaffe es die Ostalb in den Bundesverkehrswegeplan, werde die gesamte Trasse sicher nicht innerhalb weniger Jahre gebaut. „Wenn wir aber als Erstes die Verkehrsprobleme in Pflaumloch und Trochtelfingen lösen können, wäre das doch ein riesiger Erfolg.“ Stadträte und Ortschaftsvorsteher wollen nur Süd-Trasse anmelden Bopfingens Gemeinderat wird am 11. Februar, um 17 Uhr, in der Schranne zur Machbarkeitsstudie Stellung nehmen. Im jüngst im Rat vorgelegten Beschluss-entwurf ist die Aufnahme einer Süd- und einer Nord-Trasse formuliert. Derzeit scheint aber fraglich, ob dieser Antrag so durchgeht. Denn nicht wenige Bopfinger Stadträte und Ortsvorsteher favorisieren klar eine Süd-Trasse und fordern, nur eine Variante einzureichen. SPD-Stadtrat Richard Meyer verwies in der Jahnturnhalle darauf, dass zwei Trassen die Entwicklung in zwei Räumen blockierten. „Die Wirtschaft braucht Planungssicherheit“, warnte Maier. Auch Kerkingens Ortsvorsteherin Bettina Weber und Oberdorfs Ortsvorsteher Martin Stempfle forderten in der Jahnturnhalle, dass nur die Süd-Variante in der Machbarkeitsstudie landet. Beide, wie andere Redner, verwiesen darauf, dass die große Mehrheit aller, die bereits Stellungnahmen abgegeben haben, die Südtrasse favorisieren. Eine knifflige Aufgabe für Dr. Gunter Bühler. Er ist schließlich Bürgermeister aller Bopfinger und als solcher gehalten, die Interessen von Schloßberg, Flochberg und Unterriffingen zu wahren. „Ich denke, dass zwei Varianten in die Machbarkeitsstudie aufgenommen werden sollen“, sagt Bühler der SchwäPo. Die Betroffenheit durch die Eingriffe in die Landschaft seien bei beiden Trassen vergleichbar, die Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit der Trassen aber unterschiedlich. Hier liege die Süd-Variante vorne. Dennoch: „Zwei Trassen sollten rein. Auch wenn man die Nord-Trasse als weniger chancenreich betrachten mag. Das sind wir dem Interesse und Engagement der Menschen schuldig, die sich gegen eine Süd-Trasse stellen“, sagt Bühler. Aus der Jahnturhalle nimmt Bühler mit, dass es in der Gesamtstadt und der Region „eine starke Meinung gibt, die Süd-Trasse sei die richtige“. Kritisch merkt er an, dass die Rolle der direkt und aktuell von der B 29 Betroffenen immer mehr heruntergespielt werde. „Da tun viele so, als ob das für die Leute gar nicht so schlimm sei“, sagt Bühler. Seine Hoffnung und sein Ziel sind, dass, „trotz aller Unterschiede in der Bewertung der Trassen keine Gräben aufgeworfen werden, die nur schwer wieder zuzuschütten sind“. Enttäuschte Härtsfeld-BI kritisiert die Landkreisverwaltung Er sei „enttäuscht“ sagt der Sprecher der Härtsfeld-BI. „Enttäuscht, dass der Landkreis die gutachterliche Stellungnahme des Ingenieurbüros zu den Trassen weder der Öffentlichkeit noch den Gremien zur Verfügung gestellt hat. Da hätten wir eine ganz andere Abstimmungsgrundlage gehabt“. Mayer erwartet, dass sich die Gegner einer Nord-Trasse „Gedanken über alternative Trassen im Norden machen“. Diese würde zeigen, „dass man dort so kompromissfähig ist, wie auf unserer Seite“. Es habe stets geheißen, eine Entlastung dürfe keine Anderen belasten. „Wir erwarten, dass man sich daran hält.“ Die BI verlange eine „Sicherheit, dass eine Süd-Trasse im Wald verläuft, und ein A-7-Zubringer Ebnat geschaffen wird“. Das weitere Vorgehen der BI werde man erst nach den Entscheidungen im Bopfinger Gemeinderat und im Kreistag publik machen, sagt Mayer.

 

(Quelle: https://www.schwaebische-post.de/account/login/?aid=788044)

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