Was kostet die Süd-Trasse?

10.02.2015

Onlineartikel schwaebische-post

Was kostet die Süd-Trasse?

BUND fordert detaillierte Kostenrechnung für eine Umfahrung übers Härtsfeld.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Regionalverband Ostwürttemberg fordert eine Kostenrechnung für die Süd-Trasse. Solange diese fehle, sei die Nord-Trasse eine reine „Alibi-Trasse“, kritisierten der Verband.

Bopfingen. In einem offenen Brief fragt der BUND, weshalb fünf Monate nach der Vorstellung der Süd-Trasse in Aufhausen (12.09.2014) noch keine Kostenrechnung für alle anfallenden Baumaßnahmen für die Süd-Trasse B 29 Bopfingen/Pflaumloch auf dem Tisch lägen. Für die „Ipf-Trasse“ sei innerhalb von zehn Tagen (28. Januar bis 4. Februar 2015) eine Kostensteigerung für zwei Grünbrücken und eine Straße auf Stelzen im Sechta-Tal von 46 Millionen Euro zusätzlich berechnet worden. „Wird hier bewusst die Berechnung der Kosten-/Nutzenanalyse mit unterschiedlichen Maßstäben angesetzt? Nach unserer Auffassung, ja“, schreibt der BUND. Zwingend notwendige zusätzliche Kosten bei der Süd-Trasse würden verschwiegen, um bessere Ergebnisse in Bezug auf Kosten-/Nutzenanalyse zu erzielen, behauptet der BUND. „So kann man leicht dem Bundesverkehrsministerium zwei Trassen vorlegen. Wohl wissend, dass es sich dann für die vermeintlich billigere Trasse entscheiden und diese im vordringlichen Bedarf stehen wird. Wenn nachher der Bau mehr als das Doppelte kostet (wie das Gmünder Tunnel)“, heißt es im Schreiben. Der BUND meint, dass auch bei der Süd-Trasse noch erhebliche Kosten hinzugerechnet werden müssen. Da die Süd-Trasse durch drei Waldgebiete führe, müssten in die Rechnungen für drei Grünbrücken weitere 45 Millionen Euro hinzugerechnet werden. Hinzu kämen noch Kosten für einen Lärmschutztrog bei der Röhrbachsiedlung von mehreren Millionen Euro. Um das FFH-Gebiet im Heidmühltal nicht vom Naturschutzgebiet Beiberg unwiederbringlich abzuschneiden, kämen hier ebenfalls mehrere Millionen Euro für eine Grünbrücke in der Hanglange hinzu. Ebenfalls seien die Kosten für den Ausgleich von 80 Hektar Wald mit dem damit verbunden Kauf von landwirtschaftlichen Flächen und die Wiederaufforstung verschwiegen worden. „Würden hier alle Kosten hinzugerechnet, wie das bei der Ipf-Trasse der Fall war, wäre die Süd-Trasse zu allererst vom Tisch. Landrat Pavel versucht, unbedingt seine bevorzugte Trasse, ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt und ohne Berücksichtigung der wahren Kosten, dem Bundesverkehrsministerium in Berlin schmackhaft zu machen“, schreibt der BUND. BUND-Regionalvorsitzender Werner Gottstein fordert: „Herr Pavel, vergleichen Sie endlich die Naturschäden, Umweltbelastung, Landschaftszerstörung und die Kosten reell und legen Sie alle Zahlen und Berechnungen offen und nachprüfbar für die Bevölkerung auf den Tisch. Spätestens dann stellt sich die Unsinnigkeit aller Planungsideen, ob Süd oder Nord, dar.“

 

(Quelle: https://www.schwaebische-post.de/account/login/?aid=789176)

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