BUND kämpft gegen alle Trassen

19.02.2015

Onlineartikel schwaebische-post

BUND kämpft gegen alle Trassen

Umweltverband greift Landrat an und legt eigene Kostenberechnung über B-29-Trassen vor.

Der BUND zweifelt an den Zahlen, die der Landkreis als Kosten für die verschiedenen B-29-Trassen vorgelegt hat. Die Umweltschützer haben selbst gerechnet. Ihr Resultat: Alle Trassen sind teurer, die Härtsfeld-Trasse die teuerste.

MARTIN SIMON

Aalen/Bopfingen. In den BUND-Räumen im Torhaus hießen Carl-Heinz Rieger und Werner Gottstein Pressevertreter willkommen. Landrat Klaus Pavel warfen sie dabei vor, er spiele „nicht mit offenen Karten“. So habe der Landkreis sehr schnell eine Berechnung für die Ipf-Trasse vorgelegt – 128,3 Millionen Euro – und diese als zu teuer verworfen. Für die beiden noch im Rennen verbleibenden Nord- und Süd-Trassen veranschlagt die Landkreisverwaltung Kosten von jeweils knapp 100 Millionen Euro. Viel zu wenig, meint der BUND. Für die Nordtrasse haben die Umweltschützer 123 Millionen Euro ausgerechnet, für eine Süd-Trasse seien es gar 153 Millionen Euro, sagt Werner Gottstein. Mehr oder genau so viel wie die verworfene Ipf-Trasse. Anders als der Landkreis rechnet der BUND bei einer Süd-Trasse mit vier nötigen Grünbrücken. Zudem vermisst der BUND „belastbare“ Untersuchungen über Verkehrsströme und Entlastungsfunktionen für alle Trassen. Auch Erhebungen über die Folgekosten einer Süd-Trasse würden fehlen, sagt Gottstein und kündigt an, dass der BUND alle seine Unterlagen ans Bundesverkehrsministerium schicken wird. Weiter kritisiert der BUND, dass Pavel zwischenzeitlich eine mögliche Abstufung der B 466 zwischen Nördlingen und Heidenheim verworfen hat, wie der Beschlussantrag für den Kreistag am 24. Februar belegt. „Da fehlt es wohl an der Absprache zwischen Ostalbkreis und Kreis Heidenheim“, meint Gottstein. Mit diesen Vorwürfen konfrontiert, zeigt sich Landrat Klaus Pavel „enttäuscht“. „Ich habe von Anfang an alles an Daten offengelegt, was mir zur Verfügung stand“, sagt Pavel. Er sei auch stets objektiv und offen mit Kritikern umgegangen. Wie aber der BUND nun verfahre, nämlich „hintenrum“, findet er schade. Seine Mitarbeiter hätten Überstunden gemacht, weil er von ihnen rasch belastbare Zahlen gefordert habe. „Das sind Ingenieure, Fachleute, sie haben acht Varianten berechnet. Unsere Zahlen sind so in Ordnung“, sagt Pavel. Er habe die Herabstufung der B 466 erst als Argument gesehen, um in Berlin zu punkten. „Ich habe erkannt, dass niemand hier eine Herabstufung will und diese deshalb verworfen“, sagt er weiter. Am Donnerstag noch habe er sich mit Heidenheims OB Ilg telefonisch abgestimmt. „Es gibt hier weder Differenzen noch ein Informationsdefizit“, so Pavel.

 

(Quelle: https://www.schwaebische-post.de/account/login/?aid=791049)

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