Tempo-30-Bereich ist ein Erfolg

22.03.2016

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Tempo-30-Bereich ist ein Erfolg

Nur knapp zehn Prozent aller Fahrzeuge sind zu schnell – Gemeinderat gegen stationäre Blitzer

Zielstrebig und ruhig verlief die Sitzung des Neresheimer Gemeinderates am frühen Montagabend. Im Mittelpunkt standen die Zukunft des Samariterstiftes und ein Zwischenbericht über den Tempo-30-Bereich in der Ortsdurchfahrt. Erneut sprach sich der Gemeinderat klar gegen die Aufstellung stationärer Messanlagen aus.

Neresheim. „Die fahren doch alle sehr zivilisiert“, kommentierte Dirk Hösch den von Hauptamtsleiter Klaus Stiele vorgelegten Bericht über die 2014 erfolgten Maßnahmen zur Verkehrslärmentlastung im Innenstadtbereich.
Zwischen Mai 2014 und Juli 2015 wurden an 13 Wochentagen insgesamt 11 500 Fahrzeuge kontrolliert. Davon waren 950 Fahrzeuge zu schnell. 20 davon erhielten ein Bußgeld für Geschwindigkeiten über 51 km/h. Die höchste gemessene Geschwindigkeit betrug dabei 63 km/h. Auffallend: Mehr als 55 Prozent der Verstöße waren „Einheimische“, also entweder Neresheimer oder Fahrzeuge mit HDH-Kennzeichen. Insgesamt gesehen ging der Mittelwert der Geschwindigkeit von 36,6 km/h vor der Beschilderung auf rund 28 km/h zurück.
Dennoch: „Durch die Maßnahmen fährt kein Lkw weniger durch die Stadt“ ergänzte Dirk Hösch die Zahlen. „Bei immer noch rund 8000 Fahrzeugen am Tag mit hohem Anteil an Schwerverkehr müssen wir jetzt die Weichen für eine Umfahrung stellen“, ergänzte dann Bürgermeister Gerd Dannenmann den Zwischenbericht.
Einstimmig votierte der Gemeinderat für den Erhalt des Tempo-30-Bereiches und lehnte die Installation zweiter stationärer Messanlagen ab. Der Hintergrund sorgte wieder einmal für leichtes Schmunzeln: Die Kosten von rund 40 000 bis 50 000 Euro müsste die Stadt tragen. Bestückung und „Kassieren“ wäre Sache des Landkreises.
Weiteres aus dem Gemeinderat: Einstimmig beschlossen wurde die Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Hinterer Riegel“ zur Erweiterung der bestehenden Fotovoltaikanlage, um den bisher als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesenen Bereich. Ebenso einstimmig wurden die Arbeiten zum Austausch der alten Versenkberegnungsanlage im Hauptspielfeld der Sportanlage Neresheim und die Verlegung eines Oberflächenkanals im Talweg in Neresheim-Kösingen vergeben.
Zum Schluss gab Bürgermeister Gerd Dannenmann die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen in Neresheim bekannt: Werkrealschule 18 (1 Klasse), Realschule 69 (3 Klassen), Gymnasium 36 (2 Klassen). Damit gibt es keine großen Unterschiede zum Jahr 2015.
Iris Wachter (CDU) forderte angesichts des Konsultationsverfahrens zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans eine eindeutige Positionierung der Stadt, „damit nicht nur die Gegner zu Wort kommen“. Bürgermeister und Gemeinderat stellten klar: „ Neresheim ist für den Ausbau der B 29 und favorisiert die „Südtrasse“. Allerdings nur mit der „Querspange“ zur Anbindung an den Autobahnanschluss Aalen-Oberkochen.“

 

(Quelle: http://www.schwaebische-post.de/regional/haertsfeld/1462755/)

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